Child Guidance Clinic

Die Child Guidance Bewegung stammt aus den USA und breitete sich seit den 1920er Jahren stark aus. Vorrangiges Ziel war damals die Prävention von Straftaten. Für einen Zeitraum von 5 Jahren wurden sog. Demonstration Child Guidance Clinics eingerichtet. 1940 gab es in den USA bereits 300 Child Guidance Clinics.

In den 1920er Jahren lag der Schwerpunkt der Tätigkeiten in der Diagnostik, doch bereits in den 1930er Jahren verschob sich der Schwerpunkt immer mehr zur psychotherapeutischen Behandlung. Interdisziplinarität wurde in den Child Guidance Clinics gelebt, die Kinder wurden von Psychiater*innen, Kinderärzt*innen, Psychotherapeut*innen und Fürsorger*innen ganzheitlich betreut. Diese ganzheitliche Betrachtung der Kinder geht vor allem auf William A. White, Thomas W. Salmon, E. E. Southard und Adolf Meyer zurück, die nicht die Krankheit isoliert betrachtet sehen wollten, sondern den Fokus auf das gesamte Individuum legten.

In den 1930er Jahren wurden auch in England Child Guidance Clinics eingerichtet. In England waren Sozialarbeiter*innen für die Arbeit mit den Eltern zuständig, für den Einzelunterricht der Kinder gab es Lehrer*innen. Kinder, die nicht in ihren Familien bleiben konnten, wurden in Hostels untergebracht, die 12-15 Kinder umfassten und Teil der Child Guidance Clinics waren.

Alfred Adler postulierte, dass frühe Interventionen und die Einbindung der Schule entscheidende Faktoren für eine gesunde psychische Entwicklung des Kindes darstellen. Er gründete 1919 eine Child Guidance Clinic in Wien. 1927 gab es bereits 22 Child Guidance Clinics in Wien. Am interdisziplinären Therapieprozess waren Eltern, Kinder, Lehrer*innen, Ärzt*innen und Sozialarbeiter*innen beteiligt.

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